EINIGE GEDANKEN.....

 

.....über den reaktorunfall in fukushima

 

Fukushima war ja der Aufhänger für den Teil der herrschenden Klasse Deutschlands, der vorgab hier noch für eine vernünftige Energieerzeugung und Versorgung zu stehen, die Maske fallen zu lassen. Dass solche Elemente offensichtlich schon länger schwanger gegangen sind mit der Überlegung vollkommen auf die rückwärtsgewandte sogenannte Energiewende zu setzen und die friedliche Nutzung der Kernenergie über Bord zu werfen, wurde ja durch ihr hektisches handeln überdeutlich. Das haben sie sich lange nicht getraut, weil es durchaus starke Vorbehalte in Teilen der Bevölkerung gibt, gegen diesen Plan ein Industrieland dermaßen in seiner Entwicklung zurück zu prügeln.

 

Es wird zwar immer wieder behauptet, dass solche Vorgehensweise den Willen der Bevölkerung ausdrückt, tatsächlich werden die Menschen aber in der Regel bewusst nicht gefragt. Die Politik dieses Landes würde ganz anders aussehen, wenn die Bevölkerung tatsächlich die Möglichkeit hätte auf Fragen der Energieversorgung, des Zusammenlebens unterschiedlicher Nationalitäten, Bundeswehreinsätzen im Ausland sowie der Sexualerziehung in den Schulen Einfluss zu nehmen, um nur mal ein paar gravierende Beispiele zu nennen. In Fragen der Energieerzeugung und Versorgung sah der oben genannte Kreis, aufgrund des Unglücks in Japan, eine gute Möglichkeit gegeben noch eben Alibimäßig geäußerte Überzeugungen einfach mal so über Bord zu schmeißen, das Gegenteil zu behaupten.

 

Die Vorlage dieses Unglücks schien ihnen Alibi genug zu sein, hier einen enormen Rückschritt in unserem Land zu organisieren. Der, sollte es gelingen, erhebliche existenzielle Probleme für unser Land und für unsere Bevölkerung bereithalten wird. Es ist ja schon irrsinnig genug  den Rückbau von wichtigen Energieanlagen mit einem Unglück in Japan zu begründen, dessen Ausgangspunkt und Voraussetzung ein Erdbeben war, das, selbst für Japans erdbebengestählte Regionen, eines der stärksten war die je stattgefunden haben.  Auch der dadurch ausgelöste Tsunami war für die dortige Region absolut überdurchschnittlich. Wieso ein Land, das Naturgewalten dieser Größenordnung gar nicht kennt, daraus panische Schlussfolgerungen für seine Energieversorgung zieht, ist logisch nicht nachzuvollziehen.

 

Aber auch der Reaktorunfall selbst, wie er zustande gekommen ist, welche Nachlässigkeiten ihn begünstigt haben und welche Fehler, oder muss man vielleicht schon von Sabotage sprechen, nach dem Unfall begangen wurden, geben die Notwendigkeit solch einschneidender Maßnahmen nicht her.

 

VORRAUSSETZUNGEN FÜR DEN UNFALL                                                                                                                

 

Es gab als Ausgangspunkt für das Unglück an diesem Tag das stärkste Erdbeben, das jemals in Japan gemessen wurde. Dies haben die Anlagen des Kraftwerkes weitestgehend überstanden. Notaggregate wurden geschaltet und die Abdeckung der Brennstäbe war noch durch ausreichendes Kühlwasser gewährleistet. Die exponierte Lage am Meer erwies sich aber als äußerst ungünstig, da für die außergewöhnlich hohen Wellen, des nach dem Erdbeben folgenden Tsunami, kaum Hindernisse vorhanden waren.

 

Das Kraftwerk wurde überflutet, Notaggregate auf Dieselbasis bzw. elektrische Steuereinheiten wurden überflutet und zerstört, Notbatterien wurden ebenfalls zerstört.

 

Dies war natürlich eine äußerst dramatische Situation, weil das Kühlsystem nicht mehr funktionierte, stieg die Gefahr, dass die Brennstäbe nicht mehr ausreichend gekühlt wurden und es zur Kernschmelze kommt. Die Techniker, die sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in einer spezialgesicherten Leitstelle befanden, waren aufgrund des totalen Stromausfalls vollkommen abgeschnitten von allen Informationen über die Vorgänge im Reaktor.

 

WIE KONNTE ES ZUR KERNSCHMELZE IN BLOCK 1 DES KRAFTWERKS KOMMEN

 

Es gab auf Arte am 7.03.2014 einen sehr interessanten Bericht über die Vorgänge im Kraftwerk während des Unglücks (Fukushima- Chronik eines Desasters). Danach gelang es einigen Technikern einige Not-Batterien in ihren Führungsstand zu schaffen und ihre Anzeigegeräte wieder in Betrieb zu nehmen. Mit Schrecken mussten sie feststellen, dass der Wasserstand um die Brennstäbe schon erheblich abgesunken war und die Situation immer gefährlicher wurde.

 

Es stellte sich für die Techniker automatisch die Frage nach dem Not-Kondensator, der genau für solche Fälle des totalen Stromausfalls konzipiert ist, dieser funktioniert auf Grund seiner Bauweise auch ohne Strom. Allerdings muss man eines wissen über diesen Not- Kondensator. Fällt der Strom vollkommen aus, schließen automatisch die Ventile über die der heiße Dampf aus der Kühlung der Brennstäbe in den Not-Kondensator geleitet wird um als Kühlwasser wieder zurück zu fließen. Es ist dann notwendig die Ventile über ein Handrad manuell zu öffnen.

 

Die Techniker waren genau über diesen Sachverhalt, dass die Ventile manuell geöffnet werden müssen, nur unzureichend informiert. Es gelang ihnen aber doch den Not-Kondensator mit Verzögerung in Betrieb zu setzen. Auf Grund von Unkenntnis über die Abläufe in solch einem Fall, schlossen sie ihn aber wieder als Wasserdampf austrat, was sie aber hätten ignorieren müssen. Das Unglück nahm seinen Lauf, die Brennstäbe lagen bald frei und es kam zur Kernschmelze. Rechtzeitiges öffnen der Ventile hätte zig Stunden Zeit geschaffen um diverse Maßnahmen zu ergreifen um die Kernschmelze zu verhindern. Es wäre unter Umständen überhaupt nicht zu den dramatischen Entwicklungen über die Erdbebenfolgen und Tsunamifolgen hinaus gekommen. Dies bezieht sich auf die Vorgänge in Block 1, aber wir gehen davon aus, dass sich identische Abläufe in den anderen Blöcken ereignet haben.

 

WO LIEGEN DIE VERANTWORTLICHKEITEN

 

Natürlich kann man die Beschäftigten und Techniker, welche zum Teil unter Einsatz ihres Lebens, mindestens aber mit dem Risiko einer massiven Gesundheitsschädigung, versucht haben etwas zu retten, nicht für das verantwortlich machen, was dort geschah.

 

Aber was ist das für ein Gesellschaftssystem in dem Kapitalisten, die ja naturgegeben in  erster Linie ihren Profit im Auge haben, solche wichtigen Einrichtungen überlassen werden. Was ist das für ein System in dem es möglich ist, Unterrichtung und Schulung der Beschäftigten über elementare Sicherheitsvorrichtungen dermaßen zu vernachlässigen. In ihrem Fukushima-Bericht wirft die IAEO der japanischen Regierung schwere Fehler vor. Die Sicherheitsstandards hätten nicht der Empfehlung entsprochen. Zudem habe Japan nicht, wie in den Regularien vorgesehen, sofort nach dem Unglück die Zusammenarbeit mit den Fachleuten der IAEO ermöglicht.

 

Und dieses Verhalten setzt sich fort. Und es scheint nicht nur Desinteresse und Unvermögen der Verantwortlichen zu sein, sondern man muss schlimmeres befürchten. Einige Merkwürdigkeiten, wie das sehr späte einsetzen von Robotern um in die Tiefe des Reaktors vorzudringen und das blockieren der Zusammenarbeit mit der IAEO, sowie diverser anderer kleinerer und größerer negativer Zufälle, lassen einen ganz anderen Verdacht aufkommen. Nämlich, dass einige Kräfte, nicht nur in Deutschland sondern eben auch in Japan, dieses Unglück gern genutzt haben um gegen die Energiegewinnung durch Atomkraft zu schießen. Diejenigen, welche die Aufgabe hatten die Folgen des Unglücks einzudämmen, waren in wesentlichen Positionen Kernkraftgegner. Und die Kritik japanischer Menschen an deren Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit beim erfüllen der ihnen gestellten Aufgaben, war laut und deutlich.

 

Sah oder hörte man zum damaligen Zeitpunkt Berichte in unseren Medien, konnte man den Eindruck gewinnen, Kernkraftgegner wären in Japan eine entscheidende Kraft. Es wurde teilweise versucht den Eindruck zu erwecken als würde Japan einen ähnlich rückwärtsgewandten Weg gehen wie Deutschland. Es war dann doch etwas überraschend, dass ein ausgesprochener Befürworter der Kernenergie die Wahlen in Japan gewann. Die Kernenergiegegner und insbesondere die Verantwortlichen für das Desaster  im Umfeld des Unglücks, wurden massiv abgestraft, die japanischen Grünen haben es nicht mal ins Parlament geschafft.

 

Aber auch die neue Regierung verhält sich zum Teil fragwürdig, wieso man die Betreiberfirma Tepco da weiter rumwursteln lässt, ist nicht nachzuvollziehen, irgendwie scheint es auch bei der neuen Regierung an einem Konzept zu fehlen, fehlt da der Wille oder was ist das.

 

ÜBER DIE GEFAHREN DES LEBENS

 

Das Leben ist sehr gefährlich und endet meistens mit dem Tod, eine kleine Volksweisheit, die man schon mal von dem einen oder anderen Kollegen hören kann. Dass Energiegewinnung durch Atomkraft auch Risiken in sich birgt, soll hier nicht klein geredet werden. Obwohl bekannt ist, dass die Opferzahlen in diesem Bereich weitaus geringer sind als wie z.B. bei Wasserkraft oder Kohle. Risiken gelten auch für andere industrielle Bereiche, welche Auswirkungen z.B. ein größeres Unglück in einem Chemie-Werk hätte, will man sich ja gar nicht ausmalen, gerade im großstädtischen Raum Berlins.

 

Umso wichtiger ist es doch hier für Verhältnisse zu sorgen, in denen nicht das sparen an Sicherheitsvorkehrungen aus Profitinteresse im Vordergrund steht. Das Unglück von Fukushima hätte nach unseren Kenntnissen, zumindest was den Atombereich angeht, verhindert werden können. Dass die zuständigen Techniker im Kontrollraum keine ausreichenden Kenntnisse über die Funktionsweise des ganz wesentlichen Not-Kondensators hatten, ist unbegreiflich, unfassbar.

 

ÜBER EINIGE GEGNER DER KERNENERGIE

 

Die verbissenen Gegner der Energiegewinnung aus Atomkraft sind schon ein merkwürdiges Völkchen. Ist es wirklich die angeblich nicht zu kontrollierende Gefährlichkeit der Atomkraft, die sie umtreibt. Eine solche Verbissenheit kann man allerdings bezüglich Atomwaffen bei diesen Leuten in der Regel nicht feststellen. Wobei wir keine Vertreter der auf der Welt herrschenden Atomwaffeneinteilung sind. Wir sind schon der Meinung, dass bei den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen auf der Welt auch kleine bedrohte Staaten das Recht haben Atomwaffen zu entwickeln um sich gegen Aggressoren verteidigen zu können. Die fanatischsten Gegner der friedlichen Nutzung von Kernenergie, z.B. die GRÜNEN, haben aber merkwürdigerweise gar kein Problem damit, mit Kräften zu paktieren, welche für sich das Erstschlagsrecht mit Atomwaffen beanspruchen, das sind dann solche Friedensfreunde wie die USA und ihre NATO, sowie diverse andere Imperialisten. Haben diese Grünen sich früher gern als Müsliessende, strickende Friedenstauben dargestellt, hatten sie dann aber trotzdem kein Problem damit Jugoslawien zu überfallen. Hatten auch kein Problem damit beträchtliche Teile der Infrastruktur dieses Landes zerstören zu lassen, sowie eine erhebliche Anzahl Zivilisten durch ihre Bomber töten oder verstümmeln zu lassen.

 

Bei solchen Überfällen der NATO schwingt ja auch immer im Hintergrund die atomare Bedrohung mit. Auf alle Fälle hat man den Menschen dort vor Ort schon mal massenhaft Uranummantelte Geschosse in die Landschaft geballert. Aber was ist das alles gegen ein Kernkraftwerk, welches preiswerten Strom erzeugt und eine moderne zukunftsorientierte Energieversorgung darstellt. Letzteres ist Teufelszeug in ihren Augen, deswegen haben sie auch so viele Pfaffen auf ihrer Seite und viele Reaktionäre bis hin zu den Nazis sehen die Angelegenheit ähnlich.

 

So wundert es auch nicht, wenn ein gewisser Herr Fischer, von Beruf Bischof und Mitglied der Ethikkommission, die mitverantwortlich für den Rückschritt der sogenannten Energiewende ist, folgendes rausposaunt: „ Es geht hier um eine sehr grundlegende ethische Fragestellung, nämlich die, des Achtens von Grenzen, die uns Menschen gesetzt sind.“ Welche Grenzen Herr Bischof und wer sollte uns die setzen, sie werden erlauben, dass nicht jeder an ihren Vorgesetzten glaubt. Die Raumsonde Voyager entfernt sich seit Jahrzehnten von der Erde durchs scheinbar unendliche All, von was für Grenzen faselt solch ein Mensch. Weltuntergangsszenarien zermartern die Gehirne von Angehörigen der herrschenden kapitalistischen Klasse seit die revolutionäre Entwicklung von Wissenschaft und Technik immer deutlicher werden lässt, dass ihre Zeit abgelaufen, dass ihre geschichtliche Aufgabe erfüllt ist.

 

Angebliche Erschöpfung von Ressourcen, vorgebliches Waldsterben, Klima-Katastrophe und  angebliche Überbevölkerung der Erde sind nur einige der Horrorvisionen, die solche Kräfte in ihren Alpträumen verfolgt. Was ihnen aber letzten Endes auf alle Fälle den Schlaf raubt, ist der Gedanke, dass die Macht ihrer Klasse abgelöst wird durch die Macht der Klasse, welche international immer stärker wächst, nämlich die Arbeiterklasse. Teilweise jetzt schon und in Zukunft noch viel stärker wird diese Klasse die Macht einfordern, die materiellen Bedingungen auf der Welt sind entsprechend.

 

Werte Herrschaften der bürgerlichen Klasse, sie verwechseln den zwangsläufigen Untergang ihrer Klasse mit dem Schicksal der gesamten Menschheit. Die Menschheit wird Lösungen finden, sowohl für tatsächliche Probleme, wie auch für die künstlich geschaffenen.  Die zurzeit weltweit herrschende Klasse ist dazu nicht in der Lage, sie hat ihre geschichtliche Rolle erfüllt, betätigt sich in wesentlichen Fragen als Bremse für fortschrittliche Entwicklungen in allen gesellschaftlichen Bereichen und geht nun unter. Auch wenn dies hier bei uns vielleicht zurzeit noch nicht so eindeutig zu erkennen ist. Unsere Brüder und Schwestern  in anderen Regionen der Welt erheben aber teilweise schon äußerst kraftvoll ihr Haupt, ihre Kämpfe werden auch uns wieder Kraft einflössen und die Entwicklung von Wissenschaft und Technik wird ein Übriges tun. Die internationale Arbeiterklasse hat keinen Grund und auch keine Zeit sich in Weltuntergangsphantasien zu ergehen, sie muss ihrer geschichtlichen Aufgabe gerecht werden.

 

K. Lehmann 29.03.2014